Infos über Land und Leute zum Sultanat Oman

Das Sultanat Oman liegt an der Südostecke der Arabischen Halbinsel. Es grenzt im Nordwesten an die Vereinigten Arabischen Emirate, im Westen an Saudi-Arabien und im Südwesten an Jemen. Zum Staatsgebiet gehört auch die nördlich des Territoriums der Vereinigten Arabischen Emirate an der Straße von Hormuz gelegene Halbinsel Ruus al-Jibal am Kap Musandam, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten umschlossene Exklave Madha sowie die Gruppe der Kuria-Muria-Inseln und die Insel Masirah vor der Ostküste des Landes. Die Küste wird begrenzt durch das Arabische Meer im Süden und Osten und durch den Golf von Oman im Nordosten. Die Staatsgrenzen im Landesinneren sind nicht exakt festgelegt. Der Oman ist mit einer Fläche von 309.500 qkm etwas kleiner als Deutschland. 2004 wurde die Einwohnerzahl auf etwa 2,5 Mio. Menschen geschätzt.

Die Amtssprache ist Arabisch. Handelssprache ist Englisch. Staatsreligion ist der Islam, andere Religionen werden geduldet. Die Hauptstadt Maskat ist räumlich begrenzt und hat nur 25.000 Einwohner, der engere Hauptstadtbereich hat 370.000, die gesamte Capital Area 632.000.

Gemäß der Verfassung von 1996 ist Oman eine absolute Monarchie (Sultanat). Oberster Herrscher des Landes ist der Sultan, der das Amt des Staatsoberhaupts und Regierungschefs auf sich vereint. Die von ihm ernannten Minister haben nur beratende oder administrative Funktion. Die Rechtsprechung erfolgt nach islamischem Recht. Oman ist Mitglied der Vereinten Nationen (VN) und der Arabischen Liga.

Der Nationale Konsultativrat ist eine nach Zweikammersystem aufgebaute Versammlung mit lediglich beratender Funktion. Das Oberhaus setzt sich aus 41 vom Sultan ernannten Mitgliedern zusammen. Das Unterhaus wird von Omanern im Alter ab 21 Jahre auf drei Jahre gewählt, wobei der Sultan aus 164 gewählten Kandidaten schließlich 82 zu Mitgliedern der Versammlung ernennt.

Mit Beginn der Erdölförderung und dem Regierungsantritt von Sultan Qabus ibn Said, der 1970 seinen Vater abgesetzt hatte, kam es zu ersten Reformen: Abschaffung der Sklaverei sowie der Ausgangs- und Reisebeschränkungen, Verwendung von Teilen der Erdöleinnahmen für die Verbesserung der Infrastruktur und sanfte Entwicklung eines Qualitätstourismus.

In dieser Zeit begann Oman auch mit dem Aufbau sozialer Einrichtungen, heute gibt es Alters- und Invaliditätsrenten, Witwen- und Waisenunterstützungen. Nennenswerte Arbeitslosigkeit kennt das Land nicht. Das Gesundheitswesen wurde stark ausgebaut, die medizinische Behandlung ist kostenlos. Obwohl keine allgemeine Schulpflicht besteht, werden über 90 % der Kinder eingeschult, der Schulbesuch ist kostenlos. Die Alphabetisierung Omans betrug 2004 87 % der männlichen und 74 % der weiblichen Bevölkerung. Die einzige staatliche Hochschule des Landes, die Sultan-Qabus-Universität wurde 1986 in Maskat gegründet. Daneben existieren vier private Universitäten.

Die Menschen im Oman sind sehr aufgeschlossen, höflich und vor allem sehr freundlich. Dies beschränkt sich nicht allein auf Gastfreundschaft, die wie in allen arabischen Regionen ein elementares Gut der Kultur ist. Die Omanis gehen zudem sehr offen und freundlich auf Gäste und Partner zu. Sie haben keine Berührungsängste mit anderen Kulturen und sind sehr hilfsbereit, ohne Erwartung einer Gegenleistung.

Sehenswürdigkeiten
Das Reiseland Oman beeindruckt vor allem durch seine vielfältigen verschiedenen Landschaften. Hierzu zählen vor allem: Die Fjorde des Orients auf der Halbinsel Musandam, die Gebirgszüge durch das Landesinnere und entlang der Küsten, die Wüstenregionen mit den fruchtbaren Oasen und Wadis und die wundervollen Küsten mit hervorragenden Stränden und Bademöglichkeiten sowie die fruchtbare und grüne Landschaft im Süden des Landes rund um Salalah.

Der heutige Oman war bereits in der Steinzeit besiedelt. Bis heute ist die lange Historie des Landes an vielen kulturell wichtigen Stätten ablesbar. Die einzigartigen alten Forts, z.B. in Nizwa, Jabrin und vor allem Bahla sind beeindruckend. Ebenso wie die hervorragend ausgestatteten Museen des Sultanats, die einen umfassenden Eindruck in Geschichte und Entwicklung des Landes geben.

Geologie und Klima
In der Küstenregion (Batinah-Ebene, Khasab, Maskat, Sohar, Sur) herrscht subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Die Temperaturen liegen im Winter am Tag bei ca. 22-25° C und steigen bis zum Sommer hin auf durchschnittliche Tageswerte von 36-39° C. Zeitweise sind aber auch Spitzenwerte von beinahe 47° C möglich. Ein Phänomen der Küstenebenen ist, dass keine allzu großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht vorkommen, was bedeutet, dass im Sommer in der Nacht oft nicht unter 30° C zu erwarten sind. Ein weiteres Charakteristikum, vor allem der Region Maskat, ist die für Europäer ungewöhnliche Temperaturverteilung am Tag: oft sind die Vormittagsstunden die heißesten des Tages. Es kann gut vorkommen, dass bereits um 8 Uhr morgens 42° C gemessen werden, ab Mittag das Thermometer aber 38° C zeigt. Die Luftfeuchtig­keit an den Küsten ist das ganze Jahr über mit 60-80 % hoch, was die Hitze oft unerträglich macht. Der Niederschlag ist mit rund 100 mm im Jahr sehr gering (ca. 10-20 Niederschlagstage); Regen fällt meist in wolkenbruchartiger Form zwischen Dezember und März. Im Sommer gibt es hier keinen Niederschlag. Das Meer lädt temperaturmäßig immer zum Baden ein: im Winter hat es rund 24° C, im Sommer bis zu 31° C.

Das Landesinnere erstreckt sich südlich und westlich des Hajjar-Gebirges (Adam, Al-Ghubar, Bahla, Hayma, Ibra, Nizwa) bis hin zu den Grenzen zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Hier liegen die beiden Wüsten des Oman: die Rub al-Khali (wörtlich ?leeres Viertel?) und die Wahiba Sands. Das Klima ist heißes und trockenes Wüstenklima mit kühlen bis warmen Wintern und extrem heißen Sommern. Im Januar bewegen sich die Tagestemperaturen bei bis zu 25° C, in der Nacht fallen die Werte aber auf 10-12° C ab. Der seltene Regen fällt ebenso in dieser Zeit; meist sind es kurze und heftige, aber langfristig gesehen unergiebige Schauer. Im Sommer geht es tagsüber heiß her, mit Spitzenwerten von bis zu 52° C (Tagesmittel 41-44° C) und dann fallen die Werte in der Nacht auch nicht mehr unter 25° C. Die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig gering, und beträgt im Sommer oft nur 20 %.

Der Süden Omans (die Region Dhofar mit Salalah, Mirbat und Taqah) weist ein gänzlich anderes Klima auf: es ist ganzjährig warm und feucht, beinahe tropisch. Die Wintertemperaturen bewegen sich zwischen 20-22° C in den Nächten und 27-28° C tagsüber. Zu dieser Zeit regnet es selten, die Luftfeuchtigkeit ist mittel (50-60 %) und das Meer angenehm warm (24-25° C). Der Frühsommer ist die eigentlich heiße Periode mit Tageswerten von 31-33° C. In der Nacht bleibt es sehr warm mit knapp 27° C. Gelegentlich, aber eher selten, bringen Winde aus den zentralen Landesteilen Hitzewellen mit bis zu 47° C mit sich; das Meer erwärmt sich auf bis zu 29° C. Der Sommer wird durch den südostasiatischen Monsun beeinflusst, dessen Ausläufer sich an den Küstenerhebungen des Dhofar stauen und für reichlich Regen sorgen. Im Juli, August und September regnet es an bis zu 22 Tagen des Monats; es ist meist feiner Sprühregen, begleitet von Nebelschwaden und tief hängenden Wolken. Die ganze Landschaft ergrünt und viele Omanis, aber auch Touristen aus den benachbarten Golfstaaten, besuchen die Region, um den für sie unbekannten Regenreichtum und das üppige Grün zu bestaunen. Die Temperaturen gehen im Sommer auf angenehme Werte zurück, Schwankungen zwischen Tag und Nacht sind fast nicht mehr gegeben, das Thermometer steht bei durchschnittlich 25° C. Die Meerestemperatur ist in etwa gleich hoch, die Luftfeuchte steigt auf 80-90 %.

Flora und Fauna
In der Inneren Wüste wechseln sich Halbwüsten mit Trockengräsern, Dattelpalmen und Dornsträuchern und vegetationslose Vollwüsten ab. Die feuchten Gebirgshänge werden von Wäldern und Gesträuch mit Akazien, Maulbeerfeigen und Jasmin bedeckt. In den Karabergen überwiegen Trockensträucher, darunter der Weihrauchbaum. In Höhen über 1.000 m finden sich Euphorbien, Wacholder, Ölbäume und Zedern.

Unter den wildlebenden Tieren kommt noch das seltene Schwarze Stachelschwein vor; als Haustiere genießen Omans Dromedare einen besonderen Ruf. Es gibt ca. 85 Arten von einheimischen Vögeln, hinzu kommen Zugvögel, die man in Oman beobachten kann. Insgesamt wurden schon über 450 verschiedene Vogelarten gesichtet. Es gibt im Land Schutzgebiete für die an den Stränden Omans eierlegenden Meeresschildkröten. Die ursprünglich in freier Natur schon ausgestorbene Arabische Oryx wurde in den 1980ern wieder in einem Schutzgebiet angesiedelt, das Arabian Oryx Sanctuary wurde von der UNESCO 1994 als Weltnaturerbe anerkannt. Vor den Küsten liegen reiche Fischgründe mit Makrelen, Thunfischen, Sardinen und Haien, Walen und Delphinen.

Wirtschaft
Oman hat durch die Ende der 1960er Jahre einsetzende Förderung von Erdöl eine weitgehende Umstrukturierung von einer agrarisch ausgerichteten Wirtschaft zur exportorientierten Erdölwirtschaft erfahren, was dem Land auch zu Reichtum verholfen hat. Die Erdölstätten liegen vorwiegend in den Wüsten im Innern des Oman. Neben Erdöl ist das Land auch reich an Erdgas. Die omanische Regierung hat für die Zeit nach dem Öl große Pläne bezüglich Gas. Die noch weitgehend unerschlossenen Erdgasvorkommen werden von offizieller Seite mit mehreren Billionen Kubikmetern angegeben.

Infrastruktur
Es gibt in Oman rund 32.800 km Straßen, inzwischen sind fast alle Orte auf asphaltierten Straßen erreichbar, es fehlen aber Querverbindungen, so dass die Asphaltstraßen noch kein Netz bilden. Vierspurige Autobahnen (779 km) verbinden Maskat mit Sohar/Fujairah und mit Nizwa, und Ibri mit Buraimi bzw. Al Ain. Viele Omaner benutzen private PKW (285.000), ergänzend verkehren Sammeltaxis zwischen kleineren Orten. Die Verkehrsbeschilderung ist ausreichend und so gut wie überall zweisprachig Arabisch-Englisch.

Ein Eisenbahnnetz existiert nicht. Der Transport von Öl und Gas erfolgt über ca. 7.000 km Pipelines. Mina el Fahal bei Maskat ist der Ölexporthafen. Weitere wichtige Häfen sind Mina Sultan Qaboos in Matrah und Raysut bei Salalah, der weiter ausgebaut wird und Freihandelszone ist. Internationale Flughäfen existieren in Seeb bei Maskat und im südlichen Salalah.

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